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Langschwanz-Soldatenstärling

VÖGEL 1

"In meinem nächsten Leben möchte ich auf keinen Fall ein Vogel im südlichen Patagonien sein".

Das haben wir uns oft gedacht, wenn wir dort die kleinen Federbällchen herumfliegen sahen. Wegen des ständig wehenden starken Windes brauchen sie enorme Kräfte und geschickte Flugmanöver, um zu ihrem Ziel zu kommen. Oft fliegen sie in energiesparenden Wellen nur ganz knapp über dem Boden, um jede mögliche Turbulenz zu ihren Gunsten auszunutzen.

Trotz eigentlich eher vogelfeindlichen Wetterbedingungen gibt es eine Menge große und kleine Vögel in Patagonien zu sehen. Ob in der flachen Pampa, an der Atlantikküste oder in den grünen Tälern in den Anden: Überall zwitschert und schwirrt es. Die Vogelwelt Patagoniens umfasst über 160 Arten, darunter Zugvögel und Tiere die das ganze Jahr über bleiben.

Schwierig ist es, die Arten zu bestimmen, denn man erfährt meist nur die spanischen oder lateinischen Namen, eventuell auch noch den englischen Begriff, der dann mühsam in Deutsche übersetzt wird. Auch ein vor Ort gekauftes Vogelbestimmungsbuch hilft manchmal nicht wirklich weiter.

Welcher Laie kennt schon auf Anhieb die Übersetzung für den Bandurria Baya? Wer kennt Patagonian tyrant, Eudromia elegans oder Phoenicopterus chilensis? Ich liefere sie hier gleich mal in Deutsch nach, es sei mir aber verziehen wenn ich bei der Vogel-Namensnennung auf meinen Seiten oft zwischen allen Sprachen schwanke.

Ein Bandurria Baya ist der Ausdruck in Kastellan für einen Buff-necked Ibis oder wissenschaftlich für einen Theristicus caudatus. Auf Deutsch heißt das Tierchen Weißhalsibis. Auf der Seite Ruta 15 auf dem letzten Bild sind diese Vögel zu sehen.

Flamingo

Patagonian tyrant ist wissenschaftlich ein Colorhamphus parvirostris - also ein Darwintyrann. Immer noch nicht schlauer? Macht nix, es ist ein kleines Vögelchen mit braunen Flügeln und beigem Bauch.

Ein Eudromia elegans oder Elegant Crested Tinamou sieht man häufig am Straßenrand - in sofortiger Flucht begriffen: Ein Tinamou ist ein Perlsteißhuhn, hier zu sehen.

Phoenicopterus chilensis ist der wissenschaftliche Name für die hübschen chilenischen Flamingos die man an vielen Tümpeln in Patagonien findet.

Wer mehr über Vögel wissen möchte und die Namen mit Übersetzung sucht, der wird auf der hervorragenden Webseite Avibase mit Sicherheit fündig...

Auf diesen zwei Seiten möchte ich ein wenig auf einzelne Arten eingehen, die man bei einer Reise durch Patagonien am häufigsten sehen kann.

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Männliche Magellangans
Weidende Graukopfgänse

Gänse

Überall findet man im November Gänse in Gruppen oder als Paar. Besonders auffällig und sehr häufig vertreten sind die Magellangänse (Upland Goose, Chloephaga picta). Besonders zahlreich brüten sie in der trockenen Meseta, meist nahe von Senken mit flachen Pfützen, Tümpeln oder kleinen Seen mit angrenzendem Grün. Obwohl sie meist in der Nähe von Gewässern leben, suchen die Magellangänse nur selten das Wasser auf.

Auffallend sind die leuchtend weißen Männchen, die man aus großer Entfernung sieht. Meist dauert es dann auch nicht lange bis man das gut getarnte braune Weibchen in der Nähe entdeckt. Sie hat hübsche, orange Beine die aber fast immer im Gras verschwinden.

Magellangans - Weibchen

Die Brutzeit liegt auf in Patagonien und Chile im November und Dezember, also genau zu unserer Reisezeit. Während dieser Zeit halten die sich sonst in Schwärmen lebenden Magellangänse in Paaren getrennt voneinander auf, daher hatte wir in feuchten Gegenden den Eindruck auf jedem Hektar befindet sich ein Pärchen.

Das Fehlen der von Pelzjägern fast völlig ausgerotteten Füchse und die ständige Erschließung weiterer Grasländereien für die Viehwirtschaft dürften die Ursachen für ihre ungeheure Vermehrung sein.

Bereits in den Sommermonaten Januar und Februar scharen sich die Gänse zu kleinen Mausertrupps, zum März hin schließlich zu großen Scharen zusammen. Dann ziehen sie in nördlichere Gebiete ab. Nur ein kleiner Teil überwintert auch in der Brutheimat.

Neben den Magellangänsen sahen wir häufig auch Rotkopfgänse (Ruddy-headed Goose, Chloephaga rubidiceps) in kleinen Gruppen oder etwas seltener die weiße kleine Kelpgans (Patagonian Kelp Goose, Chloephaga hybrida hybrida) oder die Graukopfgans (Ashy-headed Goose, Chloephaga poliocephala).

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Schwarzhalsschwäne und Teichhühner

Am Wasser

An den Tümpeln, Flüssen und Seen im Binnenland kann man zahlreiche Wasservögel beobachten. Besonders schön anzusehen sind die grazilien Flamingos (Phoenicopterus chilensis), die als Farbtupfer überall im Land in den Lagunen gründeln oder die hübschen Reiher.

Auch die Entenfamilie ist sehr zahlreich in Patagonien vetreten, alle Arten aufzuzählen würde wohl den Rahmen der Webseite sprengen.

Häufig sieht man Schwäne, weiße und auch Schwarzhalsschwäne (Black-necked Swan, Cygnus melanocorypha). Auf der Seit zum Lago Argentino ist ein schönes Foto von einer Schwanenfamilie mit ihren Jungen zu sehen, auf dem Bild oben schwimmt zwischen den Schwänen eine Gruppe Teichhühner herum.

An der Atlantikküste sieht man neben Pinguinen in großen Kolonien und der üblichen Artenvielfalt an Möwen auch andere geschickte Flieger. Verschiede Arten von Cormoranen, Austernfischern, Albatrossen, Sturmvögeln, Strandläufern und Seeschwalben sind zu beobachten.

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Enten

Nandus

Ein weit verbreiteter Vogel in der patagonischen Steppe ist der Nandu. Im Süden trifft man eher die kleinere Art, die hier Choique oder auch ñandú petiso genannt wird.

Die Nandus gehören zur Familie der Rheidae und zur Ordnung der Laufvögel (Struthioniformes). Es sind grau-braune, straußenähnliche Tiere, die sehr schnell laufen können und die man oft nur von hinten sieht, weil sie mit wippenden weißen Schwanzfedern fluchtartig das Weite suchen, wenn man sich mit einem Auto oder zu Fuß nähert.

Einmal rannte ein verschrecktes Tier parallel zu unserem Fahrweg. Er wurde in seiner Panik immer schneller und erreichte locker 55 Kilometer pro Stunde, kleine Staubwolken aufwirbelnd, bevor die Straße sich in einer Kurve von seiner Laufrichtung entfernte. Auf der Flucht rennen die Viecher nämlich immer nur geradeaus, weil sie bei dem Tempo natürlich keine Haken schlagen können. Führt die Kurve die Straße in die falsche Richtung, so rennen sie auch direkt vor dem Auto quer über die Fahrbahn.

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Wie die Strauße in Südafrika sind auch die Nandus Allesfresser: Sie ernähren sich hautsächlich von Pflanzen, fressen aber auch Früchte, Wurzeln, Insekten und kleinere Wirbeltiere.

Nandumännchen paaren sich mit mehreren Weibchen und danach kümmert er sich dann alleine um das Brutgeschäft und die Aufzucht der Jungen. Da wir im November, also im Frühling unterwegs waren, sahen wir öfters Männchen mit einer ganzen Horde von 10-15 Jungtieren. Die Weibchen ziehen dann meist alleine weiter und paaren sich noch mit weiteren Männchen, ihr Nachwuchs ist ihnen egal.

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Choiques

Video zum Thema

Piojo - an Argentinian Chaja bird

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