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Gamelanorchester Das Wort Gamelan stammt aus Java, ist aber heute der Begriff für ein Orchester von Schlaginstrumenten. Ein Gamelanorchester besteht hauptsächlich aus Instrumenten wie Gongs, Metallophonen und Glockenspielen. Diese Instrumente werden mit hammerförmigen Holz-Stößeln, einige davon mit Stoff umwickelt, gespielt. Die Instrumente sind aus Bronze gefertigt und erzeugen einen speziellen, weit tragenden Ton. Zur Anreicherung des Musikvolumens werden die Klangkörper immer paarweise gefertigt und von den Spezialisten in der Metallgiesserei mit einem ganz geringen Unterschied gestimmt. Da die Instrumentenpaare immer synchron gespielt werden, entwickelt sich ein reiches Spekturm an Obertönen und Schwebungen. Die höherliegenden Töne werden öfter angeschlagen, als die tieferen Töne. Die verschieden großen Gongs und Metallophone bestimmen das Spiel, die anderen Instrumente tragen zur Ausgestaltung bei. Im Mittelpunkt stehen zwei Trommeln, eine "männliche" und eine "weibliche", und die Trommler bestimmen das Tempo.
Gamelan-Musik ist eine ausgesprochene Gruppenmusik, ein gut ausgestattetes Orchester arbeitet mit mindestens ca. 20 Spielern. Kollektive Spielfreude und vor allem Spass am differenzierten Zusammenspiel sind für diese Art des Musizierens Vorraussetzung. Eine weitere Besonderheit vieler Gamelan-Stile ist die schon erwähnte Verbindung zum Tanz: jede Bewegung, jede Geste spiegelt sich in der Musik und umgekehrt. Beide Ausdrucksformen ergeben ein Ganzes.Bei offiziellen Anlässen sind die Gamelanspieler (noch) alle männlich, Frauen werden nicht zugelassen. Mancherorts, wie zum Beispiel in Sanur, kann man abends im Banjar auch mal eine Frauengruppe unter der Anleitung eines erfahrenen Gamelanspielers auf den gemeinschaftlichen Instrumenten üben sehen und hören. Vor dem Banjar warten einige der Ehemänner und Brüder, um diejenigen der Damen, die nicht selbst Moped fahren, wieder nach Hause zu bringen. Schwung und Spielfreude der Frauengruppe waren beeindruckend. Im Restaurant oder in der Lobby des Hotels bekommt man meistens ein Mini-Gamelan zu hören: Zwei Männer spielen äußerst routiniert und synchron klassische Gamelan-Melodien auf zwei kleinen Xylophonen aus Bambus. Manchmal - zum Glück recht selten - werden sie noch von einem Flötenspieler begleitet. Auch europäische Komponisten beschäftigten sich mit dieser Musik: Debussy, Ravel, Britten, Stockhausen und viele mehr. In den USA und Europa wurden in den letzten Jahrzehnten viele Gamelan-Gruppen gegründet. Hier ein passender Link zum Thema: "Mira" und die Stimmung des Bremer Gamelan. Ein künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsvorhaben im Fachbereich 2 der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg. Hier ist noch eine interessante Seite zum Thema: Die Pracht der tönenden Bronze – Musik auf Bali |
