Sega
Die Kultur eines Gastlandes drückt sich bekanntermassen nicht nur durch Wort, Schrift, Religion und Kunst aus. Auch der Tanz spielt eine wichtige Rolle, vor allem auf der Insel Mauritius. So wie die Sprache Créole als Kommunikationsmittel der Sklaven entstand, so wurde auch der Tanz Sega geboren um Träume, Freude und Leid auszudrücken. Er wird nicht nur für die Touristen in den Hotels geboten, sondern er ist sehr lebendig in der mauritianischen Gesellschaft.
Die meisten Touristen werden diesen Tanz allerdings trotzdem am Abend in ihrem Hotel erleben. Mehrere Frauen und Mädchen unterstützen im Chor einen männlichen Vorsänger. Einzeln treten sie dann in den Vordergrund. Mit Kkreisenden Hüften lassen sich die Mädchen auf die Knie nieder und beugen den Oberkörper nach hinten, bis ihre Schultern fast den Boden berühren. Dazu wird der Oberkörper ständig im Musikrhytmus bewegt. Der Mann folgt den Bewegungen der Tänzerin.
Wegen "Unzucht" war Sega in der Kolonialherrenzeit nicht gerade beliebt und ständig vom Verbot bedroht. Am Ende steht fast die Ekstase. Die Begleitinstrumente sind Rasseln und Schlaginstrumente, der Sega lebt vom Gesang des Vorsängers. In den Hotels spielt dazu allerdings auch die Hotelband als Begleitung.
Wenn man Glück hat, kann man ganz ungezwungen Einheimischen am Strand begegnen, die im Fackelschein am Abend Sega tanzen.
|