| Weltreisen | Südafrika | Am Kap | Cape of Good Hope | Site-Map | HOME |
| Achtung Pavian |

Im Frühling ist das Natur-Reservat am Kap der guten Hoffnung von einem bunten Blumenteppich überzogen. Die einzigartige Fynbos-Vegetation zählt im Nature Reserve über 1.300 Pflanzenarten, davon sind 14 endemisch - sie kommen also nur hier vor - und weiter 38 sind als sehr selten eingestuft worden.
Das Kapländische Florenreich ist ist das kleinste, im Vergleich zu seiner Grösse aber das artenreichste der 6 Florenreiche der Welt. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, erst genaueres Studieren der Pflänzchen zeigt die Vielfalt. Steht man irgendwo im Grün, so entdeckt man auf wenigen Metern dutzende verschiedene Pflanzen.
Die Region ist nur spärlich bewaldet. Man unterscheidet im Park drei Vegetationsstufen: An der sandigen Küsten dominieren Milkwood trees und Heide, Erica-Arten und Seggenried wachsen auf den Ebenen. Die Bergrücken bedeckt niedriger Fynbos.

Die Säugetier- und Vogelwelt ist hier allerdings nicht sehr artenreich. Der Boden ist zu nahrungsarm, um genügend Arten zu erhalten. Ausserdem sorgten hier schon die ersten Siedler für eine Dezimierung des Bestandes.
In dem Naturschutzgebiet am Kap der Guten Hoffnung leben unter anderem knapp 200 Vogelarten, diverse Antilopenarten und Strauße. Schildkröten, verschiedene Echsenarten, Affen und Dassies(Klippschliefer) sieht man hingegen relativ häufig.
Die schwarzbeschuppte Echse auf dem folgenden Bild trafen wir zwischen den Häuschen unterhalb des Leuchtturms. Sie ist eine ist eine Unterart, die nur hier am Cape Point vorkommt. Darunter ist eine der weit verbreiteten südlichen Fels-Agamen zu sehen. In diesem Fall ist es ein bunteres Männchen, die Weibchen sind so grau-braun wie die Felsen und somit viel besser getarnt.



Allgegenwärtig in der Nähe der Menschen sind die Paviane (Baboons) , die weder vor dem Wind zurückschrecken noch vor den Besuchermassen, die jeden Tag am Parkplatz aus Autos und Bussen quellen. Scheinbar ungerührt sitzen die großen Tiere zwischen den Blechlawinen, allzeit bereit für einen Sprung zu einem geniessbaren Happen. Eine offenstehende Autotür wirkt schon wie eine Einladung.
Die Region gehört zu den letzten Zufluchtsorten der Tiere, hier leben noch 250 Paviane in vier Horden.

Schon am Eingang bekommt man beim Bezahlen einen Prospekt in die Hand gedrückt, in dem auf die zum Teil nicht ungefährlichen Bewohner hingewiesen wird. Sicherheitsmassnahmen sind im Cartoonstil erklärt, was leider trotzdem viele Besucher nicht davon abhält, die Tier zu füttern.
Wer Paviane mit Nahrung versorgt, wird von ihnen als Rangniederer eingestuft. Diese Einschätzung wird auf alle Menschen übertragen. Verweigert man den Affen später die Nahrung, reagieren die Tiere oft aggressiv, klauen Lebensmittel und attackieren Menschen. Die Ranger müssen die Tiere dann töten.
Wir hatten an der Nebenstraße zum Cape of Good Hope auch eine nette Pavianbeggegnung: Einige Tiere spielten am Wasser und suchten nach Muscheln und Krebsen. Ich ließ sie Seitenscheibe herunter, um sie dabei zu fotografieren. Nach einer Zeit bemerkte ich, wie einige Tiere näher kamen.

Einer guckte irgendwie richtig gemein und böse. So beschloss ich, doch lieber die Scheibe wieder hochzukurbeln. Nur eine Sekunde nach dem Schließen sprang aus einer völlig anderen, nicht beachteten Richtung ein Pavianmännchen um einen Busch herum und auf das Dach unseres Mercedes, ein Weibchen folgte mit zwei langen Sprüngen und setzte sich vor uns auf die Motorhaube.
Das Männchen trampelte auf dem Dach herum, was sich grausam anhörte. Dann schaute es zur Heckscheibe herein, zeigte er uns sein Gebiss, rupfte er die aufgeklebte Kompakt-Antenne von der Heckscheibe und begann daran herumzuknabbern. Mangels Aroma ließ er das Plastikteil aber gleich wieder fallen. Leider habe ich keine Bilder davon, weil die Tiere innerhalb der 2,5 m Nahgrenze des Teleobjektivs waren.
Ein Bus mit Touristen hielt an und fotografierte unserer Auto in der misslichen Lage - eine willkommene Sensation. Erst das Anlassen des Motors verscheuchte die Tiere. Wir fuhren dann ganz langsam weg und trauten uns einige Zeit nicht aus dem Auto, bis wir schließlich die angeknabberte Antenne wieder auf dem Kofferraumdeckel einsammeln konnten.
Wer einmal das agressiv gefletschte Gebisss eines großen Baboon-Männchens gesehen hat, der verzichtet freiwillig auf das Füttern...



Video zum Thema
| Weltreisen | Südafrika | Am Kap | Cape of Good Hope | HOME |