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Wenn man von Prince Albert aus durch die Schlucht am Nordende des Swartbergpass hindurch ist führt die Straße in vielen Kehren durch aride Landschaft hinauf auf die Passhöhe. Auch hier sind viele Stopps ein Muss, um einen Blick auf die grandiose Landschaft zu werfen.
Da der Verkehr sich sehr in Grenzen hält, kann man an einem übersichtlichen Teil der Strecke einfach stehen beliben und zurück auf die sich schlängelnde Straße schauen. Eventuellen Gegenverkehrt hört man schon von weitem.
Ein Picknickplatz am Teeberg nach zwei Dritteln der Strecke zur Passhöhe hinauf bietet Parkmöglichkeiten und einen grandiosen Rundblick. Für eine Rast war dieser Platz bei unserem Besuch allerdings nicht geeingent, der Wind war so heftig, dass man kaum die Kamera ruhig halten konnte.
Nach dem Rastplatz fährt man auf einer kleinen Hochebene durch ein großes Feld voller blühender Proteen. Mitten drin erreicht man dort die Abzweigung in die Hölle...


Wer viel Zeit mitbringt, der kann von der Passhöhe aus einen langen Abstecher in die Gamkaskloof machen, ein Tal das im Volksmund auch als "Die Hell" bezeichnet wird. Gamkas ist der Name für Löwe, heute gibt es hier aber keine mehr.
Etwa nach 15 km von Prince Albert aus gerechnet kann man nach Westen von der Passstraße abbiegen - keine Sorge, es gibt nur eine einzige Abzweigung. Diese Straße führt parallel zur Bergkette der Swartberge in das entlegene Tal von "die Hell" hinein. Man sollte dafür aber einen ganzen Tag ansetzen, um die 50 km hin- und zurückzufahren und außerdem ein robustes Auto haben. Im Tal selbst gibt es auch einige einfachste Übernachtungsmöglichkeiten (Voranmeldung!) und eine Handvoll Bewohner im Dienste der Naturpark-Verwaltung.

Bekannt wurde das Tal, weil hier vor mehr als 100 Jahren eine kleine, stolze Gemeinschaft in absoluter Abgeschiedenheit lebte. Man konnte nur zu Fuß oder zu Pferde über die Berge in das Tal gelangen, ein weiterer Zugang war bei Niedrigwasser über den Gamkas-Fluss. Im Sommer ist es hier glühend heiß, im Winter wird es bitterkalt.
Erst im Jahre 1962 wurde zusammen mit dem Staudamm am Gamkas die Schotter-Straße Richtung Swartbergpass gebaut. Von der Hochebene in das Gamkas-Tal geht es ziemlich steil bergab. Mangels Verdienstmöglichkeiten verließen die Leute nach und nach das Tal - im Jahre 1991 war Piet Swanepoel der letzte, der ging. Die bescheidenen Bauernhäuser und die Überreste der Obstgärten kann man heute noch besichtigen.
Ein bekanntes Mountainbikerennen "To the Hell and Back" wird hierher jährlich veranstaltet.


Hinter der Abzweigung geht es noch wenige Meter bergauf und man passiert ein kleines Zedernwäldchen, hier stand früher das Ou Tolhuis, das alte Zollhaus.
Die Passhöhe ist 1.585 Meter über dem Meer und der höchste Punkt der Reise über die Swartberge. Die Aussicht ist herrlich, zurück nach Norden reicht der Blick bis weit in die Große Karoo hinein, in Richtung Süden blickt man über die Kleine Karoo hinweg bis zu den Outeniqua-Bergen nahe der Küste.

Ab Passhöhe geht es jetzt nur noch bergab mit stetem Blick auf das Tal von Kruisrivier und das Cango Valley. Die Felder gleichen von hier oben einer Patchworkdecke.
Die Straße sehr ist steil, im Winter geht hier nichts mehr, denn dann ist alles mit Schnee bedeckt. Aber selbst im Sommer kann es recht zugig werden und bei schlechtem Wetter und Regen ist Vorsicht geboten. Wir hatten Glück und strahlenden Sonnenschein mit stahlblauem Himmel und herrlicher Rundumsicht.
Von einem Stopp an einem großen Stein, Die Groot Klip, kann man zurück auf den Gipfel sehen. Vorbei an den Ruinen des ersten kleinen Hotels und auf steilem Weg geht es hinunter ins Tal. Mit jeder Kehre ändert sich die Perspektive. Ist man unten angekommen und blickt zurück, so ist die Straße fast durchweg als sandfarbene Schlange am grünen Südhang der Swartberge zu erkennen.


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