WORTE ZUR WIRTSCHAFTSLAGE
Als ich zum letzten Mal in Thailand war, im September 1998, da bekam man am Wechselschalter für eine Mark rund 20 Baht. Gut ein Jahr zuvor waren es nur ca. 14 Baht gewesen. Thailand war noch nie besonders teuer für Reisende, aber jetzt ist es noch viel preiswerter geworden. Und die Medien überschlagen sich mit Meldungen: Fernost ist ein Preisparadies für Urlauber und Shopping-Touristen.
Für die Thai und ihre Wirtschaft ist diese Entwicklung sehr bitter.
Die schwere Wirtschaftskrise mit Währungsverfall, fallenden Börsenkursen, Arbeitslosigkeit und Pleiten spielt ihnen übel mit. Hunderttausende, die im boomenden Bangkok ihr Auskommen fanden, kehren nun wieder zu ihren Familien aufs Land zurück, weil das Leben dort billiger ist. Die vielen Neubauten in der Stadt bleiben als Gerippe stehen, weil das Geld zum Weiterbau fehlt. Sogar das tägliche Verkehrschaos erschien mir beim letzten Besuch um einges erträglicher, da sich viele Bewohner Bangkoks das Benzin nicht mehr leisten können.
Auch die Zukunft gerät in die Krise: Gute weiterführende Schulen kosten in Thailand Schulgeld, und viele Eltern können es sich nicht mehr leisten, ihre Kinder dorthin zu schicken. Damit versäumen diese nicht nur Lehrstoff, sondern auch Schulspeisung und Gesundheitstest.
Aber wir als Touristen können im Alltag etwas helfen, nämlich, indem wir nach Thailand reisen, weil der Fremdenverkehr eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes ist. Ohne die Devisen der Touristen läge das Königreich wahrscheinlich völlig am Boden.
Und wenn wir im Land sind, sollte unser Geld nicht nur über die internationalen Hotelkonzerne wieder herausfließen, sondern wir sollten es bei den Taxifahrern, Garküchen und lokalen Einzelhändlern ausgeben. Handeln um einen lokal angemessenen Preis sollte man natürlich, aber nicht überall um den letzten Pfennig feilschen. Wir können uns dort wirklich alles leisten, für uns kommt es auf ein paar Bhat Touristenaufschlag nicht an. Für die Thai schon!
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